LEXIKON / FACHBEGRIFFE
Drucklexikon
Die wichtigsten Fachbegriffe aus Druckvorstufe, Produktion und Weiterverarbeitung — kurz erklärt und durchsuchbar.
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A
Ablegen
Ungewolltes Übertragen nasser Druckfarbe auf die Rückseite des darüberliegenden Bogens im Stapel.
AM-Raster
Autotypisches Raster mit Punkten gleicher Frequenz, aber unterschiedlicher Größe.
Andruck
Druck auf der Produktionsmaschine unter Fortdruckbedingungen, oft zur finalen Farb- und Standabnahme.
Ausschießen
Anordnen der Einzelseiten auf dem Druckbogen so, dass nach Falz und Schnitt die richtige Reihenfolge entsteht.
Aussparen
Die darunterliegende Farbe wird entfernt, damit die oben liegende Farbe rein erscheint.
B
Banderolieren
Umwickeln eines Produktstapels mit einer Papier- oder Folienbinde zum Schutz und zur Kennzeichnung.
Barcode
Maschinenlesbarer Strichcode, dessen Druckqualität nach ISO/IEC 15416 bewertet wird.
Beschneiden
Entfernen überschüssigen Materials am Druckprodukt, um das finale Endformat herzustellen.
Beschnitt
Bereich außerhalb des Endformats, der nach dem Druck weggeschnitten wird, damit Motive randlos wirken.
Beschnittzugabe
Das Maß, um das Motive über das Endformat hinausstehen – typischerweise 3 mm je Seite.
Bestäubungspuder
Feines Stärkepuder, das im Ausleger zwischen die Bogen geblasen wird, um Ablegen zu verhindern.
Bildauflösung
Pixelmenge eines Bildes bezogen auf seine Ausgabegröße, angegeben in ppi.
Bilderdruckpapier
Gestrichenes Druckpapier für farbintensive Publikationen, in matt, halbmatt oder glänzend.
BleedBox
PDF-Box für das Endformat inklusive Beschnittzugabe.
Blindprägung
Prägung ohne Farbe oder Folie – das Relief entsteht allein durch Verformung des Papiers.
Blockkaschierung
Verkleben von Buchblock und Buchdecke nach dem Einhängen, typisch bei industrieller Hardcover-Fertigung.
Blocksatz
Satzart mit bündigen Kanten links und rechts, erreicht durch variable Wortabstände und Trennungen.
Bogenanlage
Vorrichtung, die den Papierbogen lagegenau vom Stapel in die Druckmaschine führt.
Bogendruck
Druck auf einzelne Papierbogen statt auf eine endlose Rolle.
Bogenzähler
Vorrichtung, die die Anzahl der Bogen im Ausleger oder bei der Weiterverarbeitung zählt.
Buchblock
Der innere Seitenstapel eines Buches, bestehend aus gefalzten und gehefteten oder geklebten Lagen.
Buchdecke
Feste Hülle eines Hardcovers aus Pappe, Bezugsmaterial und Rückeneinlage.
Bund
Die gebundene oder geheftete Kante eines Produkts; innen geht nutzbare Fläche verloren.
C
Cellophanieren
Aufkaschieren einer dünnen Folie auf den Druckbogen zum Schutz und für Glanz oder Matt.
Chromatische Adaption
Modellierung der visuellen Anpassung des Auges an unterschiedliche Lichtfarben in Farbmanagement-Systemen.
CIP3
Print Production Format: Datenformat, das Farbzonenvoreinstellungen aus den Druckdaten an die Maschine überträgt.
CLUT
Color Lookup Table: Nachschlagetabelle, die Eingabefarbwerte in Ausgabefarbwerte übersetzt.
CMYK
Farbmodell der Druckproduktion aus Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz).
Coldset
Rollenoffset ohne Trockner: die Farbe trocknet durch Wegschlagen ins Papier – Standard im Zeitungsdruck.
CtP
Computer-to-Plate: die Druckplatte wird direkt vom RIP belichtet, ohne Film.
D
Delta E
Maßzahl für den wahrgenommenen Farbabstand zwischen zwei Farbwerten.
Densitometer
Messgerät, das die optische Dichte einer Druckfarbenschicht bestimmt.
DeviceLink-Profil
ICC-Profiltyp, der eine direkte Farbraum-zu-Farbraum-Konvertierung mit kontrolliertem Schwarzaufbau ermöglicht.
Dichte
Maß für die Farbschichtstärke, gemessen mit dem Densitometer auf Volltonfeldern.
Digitaldruck
Auflagen ohne feste Druckform, meist per Toner oder Inkjet, ideal für kleine Mengen und Variable Data.
Digitalproof
Farbproof aus einem kalibrierten Inkjet-Drucker, der das Druckergebnis auf Papier simuliert.
Dispersionslack
Wasserbasierter Schutzlack im Offset, der Abrieb mindert und den Bogen schneller weiterverarbeitbar macht.
dpi
Dots per inch: Ausgabepunkte eines Recorders, Proofers oder Druckers pro Zoll.
Dreiseitenschnitt
Beschnitt des Buchblocks an Kopf, Fuß und Vorderschnitt, damit alle Seiten bündig liegen.
Druckabnahme
Formale Prüfung und Freigabe eines Druckbogens durch Auftraggeber oder Qualitätssicherung.
Druckbedingung
Kombination aus Druckverfahren, Papierklasse und Farbstandard, die den Produktionsprozess definiert.
Druckbogen
Das bedruckte Papierformat in der Maschine, bevor es zu Nutzen und Endformat weiterverarbeitet wird.
Druckbogenlayout
Anordnung der Nutzen, Kontrollstreifen, Marken und Greiferzone auf dem Bogenformat.
Druckfarbe
Pigment-Bindemittel-System, das im Druckverfahren auf den Bedruckstoff übertragen wird.
Druckgeschwindigkeit
Bogenzahl oder Bahnlänge pro Stunde; beeinflusst Farbführung, Trocknung und Makulatur.
Druckkontrollstreifen
Farbfelder am Bogenrand, mit denen Dichte, Tonwert, Trapping und Graubalance im Fortdruck gemessen werden.
Drucklack
Ölbasierter Lack, der direkt im Druckwerk über eine Lackform aufgetragen wird.
Druckplatte
Bildträger im Offset: eine Aluminiumplatte mit belichteten Bildstellen, die Farbe annehmen.
Druckveredelung
Oberbegriff für Lack, Folie, Prägung und andere Verfahren, die das Druckprodukt aufwerten.
Druckvorstufe
Alle Arbeitsschritte, mit denen Druckdaten geprüft, aufbereitet und druckfertig gemacht werden, bevor die Maschine startet.
Druckwerk
Einzelne Farbeinheit einer Druckmaschine mit Farbwerk, Feuchtwerk, Plattenzylinder, Gummituchzylinder und Gegendruckzylinder.
Dublieren
Versetzter Doppeldruck eines Rasterpunkts, der das Bild unscharf und die Farben schmutzig wirken lässt.
Durchscheinen
Das Rückseitendruckbild scheint durch das Papier hindurch, ohne dass Farbe migriert.
Durchschlagen
Druckfarbe dringt durch das Papier und wird auf der Rückseite sichtbar.
Durchschuss
Historischer Begriff für den Zusatzraum zwischen Schriftkegel und nächster Zeile.
E
Effektive Auflösung
Die tatsächlich am RIP ankommende Bildauflösung, nachdem das Motiv im Layout skaliert wurde.
Einschweißen
Verpacken fertiger Druckprodukte in Schrumpf- oder Schweißfolie zum Schutz und Versand.
Emulsion
Verbindung von Druckfarbe und Feuchtmittel, die im Offset unvermeidlich ist und kontrolliert werden muss.
Endformat
Das fertige Maß des Produkts nach dem Schneiden, zum Beispiel DIN A4 oder 210 × 210 mm.
F
Fadenheftung
Lagen werden mit Faden verbunden; die haltbarste klassische Buchbindung.
Falzen
Papier entlang definierter Kanten umlegen, etwa als Wickel-, Zickzack- oder Kreuzbruchfalz.
Farbauftrag
Summe der Tonwerte aller Farben an einer Stelle, angegeben als Gesamtfarbauftrag in Prozent.
Farbe-Wasser-Balance
Das Gleichgewicht zwischen Feucht- und Farbmittel im Offset, entscheidend für saubere Druckbilder.
Farbmanagement
Gesteuerte Umrechnung von Farben zwischen Geräten anhand von ICC-Profilen und Rendering Intents.
Farbort
Position einer Farbe in einem definierten Farbraum, meist als Lab-Wert angegeben.
Farbprofil
Digitale Beschreibung, wie ein Gerät oder ein Druckprozess Farben darstellt.
Farbspaltung
Aufteilen der Farbschicht beim Lösen des Gummituchs vom Papier, bestimmt Übertragungsmenge und Glanz.
Farbverbindlichkeit
Grad, in dem ein Druckprozess reproduzierbar innerhalb definierter Farbziele und Toleranzen bleibt.
Farbwerk
Walzenzug, der die Druckfarbe gleichmäßig auf die Platte dosiert.
Fettschwarz
Tiefes Schwarz aus 100 % Black plus Anteilen der Buntfarben, für große Flächen statt reinem K-Schwarz.
Feuchtmittel
Wasser-Additiv-Gemisch, das die Nichtbildstellen der Offsetplatte farbfrei hält.
Feuchtwerk
Einheit im Offset, die die Nichtbildstellen der Platte mit Feuchtmittel benetzt.
Flattersatz
Satzart mit bündiger Kante auf einer Seite und freiem, unregelmäßigem Rand auf der anderen.
Flexodruck
Hochdruckverfahren mit flexibler Klischeeplatte, Standard in Verpackung, Etikett und Folie.
FM-Raster
Frequenzmoduliertes Raster aus winzigen Punkten gleicher Größe, deren Abstand die Helligkeit steuert.
FOGRA51
Charakterisierungsdaten für den Offsetdruck auf glänzend oder matt gestrichenem Papier mit Aufhellern.
FOGRA52
Charakterisierungsdaten für Offset auf ungestrichenem weißem Papier mit optischen Aufhellern.
Fortdruck
Die eigentliche Auflage, nachdem Einrichten, Passer und Farbe freigegeben sind.
Fortdruckfreigabe
Verbindliche Zustimmung, dass Passer, Farbe und Inhalt so in die Auflage gehen dürfen.
G
Gamut
Der Farbraum, den ein Gerät oder Druckprozess tatsächlich darstellen kann.
Gamut Mapping
Strategie zur Überführung von Farben außerhalb des Zielfarbraums in darstellbare Zielwerte.
GCR
Grey Component Replacement: Buntfarbanteile, die zusammen Grau ergeben, werden durch Schwarz ersetzt.
Gegendruckzylinder
Zylinder, der den Bogen von unten gegen das Gummituch drückt und für gleichmäßigen Farbübertrag sorgt.
Gestrichenes Papier
Papier mit einer Pigmentstreichschicht, die glattere Oberfläche, höheren Glanz und feinere Raster erlaubt.
Glyphensatz
Gesamtheit aller Zeichenformen einer Schrift inklusive Sonderzeichen, Akzente und Alternativen.
Graubalance
Neutrales Grau aus CMY ohne Farbstich; Indikator, ob die Vierfarbführung stimmt.
Graubalance-Kontrolle
Laufende Mess- und Regelpraxis zur Sicherung neutraler Grautöne während des Fortdrucks.
Greiferkante
Vorderkante des Bogens, die von den Greifern der Maschine gehalten wird und nicht bedruckt werden kann.
Grundlinienraster
Raster, an dem Textgrundlinien ausgerichtet werden, damit Spalten und Seiten vertikal sauber fluchten.
Gummituch
Elastische Zwischenschicht im Offset, die das Bild von der Platte aufs Papier überträgt.
GWG
Ghent Workgroup: Brancheninitiative, die Datenspezifikationen und Preflight-Profile für den Druckworkflow standardisiert.
H
Haarlinie
Sehr dünne Linie, die im Druck abreißen, auslaufen oder unsichtbar werden kann.
Heatset
Rollenoffset-Verfahren mit Heißlufttrockner, das gestrichene Papiere bei hoher Geschwindigkeit verarbeitet.
Heißfolie
Metallisch oder pigmentierte Folie, die unter Hitze und Druck aufs Papier übertragen wird.
Hinting
Anweisungen in digitalen Fonts, die die Darstellung auf Pixelrastern bei kleinen Größen verbessern.
Hurenkind
Letzte Zeile eines Absatzes, die allein am Anfang einer neuen Seite oder Spalte steht.
Hybridraster
Kombination aus AM- und FM-Raster, um Stabilität und Detailzeichnung zu verbinden.
I
ICC v4
Aktuelle Profilgeneration des ICC-Standards mit präziserer PCS-Definition und besserer Interoperabilität.
ICC-Profil
Standardisiertes Farbprofil nach der International Color Consortium-Spezifikation.
Imprimatur
Lateinisch für „es werde gedruckt": die formale Freigabe eines Proofs oder Andrucks durch den Auftraggeber.
Inkjet
Tintenstrahldruck: Farbe wird als Tropfen aufs Substrat geschossen, ohne klassische Druckform.
Inline-Messung
Automatische Farb- und Passermessung direkt in der laufenden Druckmaschine.
ISO 12647
Normenreihe für die Prozesskontrolle in der Druckproduktion, Grundlage von PSO und Medienstandard Print.
J
K
Kapitalband
Textilband an Kopf und Fuß des Buchblockrückens, das die Bindung abschließt und schützt.
Kapitälchen
Spezielle Kleinbuchstaben in Versalform, die optisch zur x-Höhe des Fließtexts passen.
Kaschieren
Verbinden zweier Materialien, etwa Druckbogen auf Karton, Wellpappe oder aufeinander.
Kerning
Feinabstand zwischen einzelnen Buchstabenpaaren, um optisch gleichmäßige Wortbilder zu erzeugen.
Klebebindung
Buchblock, bei dem der Rücken aufgeraut und mit Klebstoff zum Umschlag oder Deckel verbunden wird.
Konfektionierung
Zusammenstellen, Sortieren und Verpacken von Druckprodukten zu versandfertigen Einheiten.
Kontraktproof
Farbverbindlicher Papierproof nach ISO 12647-7, der als Abnahmevorlage für den Fortdruck dient.
Kontrollfeld
Einzelnes Messfeld im Druckkontrollstreifen, z. B. Vollton, 40-%-Raster oder Graubalance.
Konturencheck
Prüfung von Stanz-, Rill- und Perforationslinien auf korrekte Farbe, Stärke und Überdrucken-Status.
Kreuzbruchfalz
Falzschema, bei dem jeder weitere Bruch im rechten Winkel zum vorherigen liegt.
L
Lackform
Separate Auszugsdatei, die festlegt, wo Spotlack, UV-Lack oder Dispersionslack liegen soll.
Laufrichtung
Ausrichtung der Fasern im Papier; sie bestimmt Falzverhalten, Steifigkeit und Dimensionsstabilität.
Leseband
Schmales Textilband, das als Lesezeichen in den Buchrücken eingeklebt wird.
Ligaturen
Verbundzeichen aus zwei oder mehr Buchstaben, die typografisch als ein Zeichen gesetzt werden.
Liniatur
Feinheit des Farbübertragungsmusters einer Rasterwalze im Flexodruck, angegeben in Linien pro Zentimeter.
lpi
Lines per inch: Rasterweite, also wie viele Rasterlinien pro Zoll gesetzt werden.
M
Makulatur
Bogen, die beim Einrichten, Anfahren oder durch Fehler unbrauchbar werden.
Mediävalziffern
Minuskelziffern mit Ober- und Unterlängen, die sich besser in Fließtext einfügen.
Medienkeil
Farbfelder-Streifen auf dem Proof, mit dem die Farbgenauigkeit messtechnisch überprüft wird.
Messtoleranz
Zulässige Abweichung bei Farb-, Dichte- oder Tonwertmessungen innerhalb eines definierten Standards.
Metamerie
Zwei Farben wirken unter einer Lichtart gleich und unter einer anderen verschieden.
Mikrotypografie
Feinabstimmung von Zeichenabständen, Trennungen, Satzzeichen und Umbrüchen zur Qualitätssteigerung.
Mindestschriftgröße
Kleinste druckbare Schriftgröße, abhängig von Verfahren, Farbe und Positiv-/Negativdarstellung.
Moiré
Störmuster, das durch ungünstige Überlagerung regelmäßiger Strukturen entsteht.
Monitor-Kalibrierung
Einstellung und Profilierung eines Monitors für stabile, reproduzierbare Farbdarstellung.
N
Negativschrift
Helle Schrift aus einem dunklen Hintergrund ausgespart – anfälliger für Passerfehler und Zusetzen.
Nuten
Fräsen einer V- oder U-Nut in Karton, damit er sich sauber falten lässt, ohne die Oberfläche zu brechen.
Nutzen
Wie oft ein Motiv auf denselben Druckbogen passt – und damit, wie wirtschaftlich der Auftrag wird.
Nutzenberechnung
Ermittlung, wie viele Endformat-Exemplare auf einen Druckbogen passen, inklusive Beschnitt und Greiferrand.
O
Offsetdruck
Indirektes Flachdruckverfahren: die Farbe geht von der Platte über ein Gummituch aufs Papier.
Offsetpapier
Meist ungestrichenes, holzfreies Papier, das im Offset gut läuft – Geschäftsdrucksachen, Innenteile, Formulare.
Opazität
Undurchsichtigkeit des Papiers – wie stark der Widerdruck oder Untergrund durchscheint.
OpenType-Features
Zusatzfunktionen einer Schrift wie Ligaturen, Kapitälchen, Ziffernsets oder Alternativzeichen.
OPI
Open Prepress Interface: Platzhalter-Technik, bei der Layoutprogramme mit Vorschaubildern arbeiten und der RIP die Hochauflöser einsetzt.
Ösenheftung
Drahtheftung mit offenen Ösen, durch die ein Abheftbügel greift – typisch für Prospekte zum Einheften.
Output Intent
Im PDF/X eingebettetes ICC-Profil, das die beabsichtigte Druckbedingung beschreibt.
Oxidationstrocknung
Trocknung konventioneller Offsetfarben durch Sauerstoffaufnahme der Bindemittel-Harze.
P
Palettierung
Stapeln der fertigen Verpackungseinheiten auf Transportpaletten für Lager und Versand.
Papiergrammatur
Flächengewicht des Papiers in Gramm pro Quadratmeter (g/m²).
Papierstärke
Dicke eines Papierblatts in Mikrometer, abhängig von Grammatur und Volumen.
Passer
Deckungsgleiches Übereinanderliegen der Farbauszüge; Abweichung wird als Passerdifferenz sichtbar.
Passermarken
Kreuzförmige Marken zum Ausrichten der Farbauszüge und zur Kontrolle des Passers.
Passgenauigkeit
Wie präzise Farben, Seiten (Schön/Wider) und spätere Verarbeitungsschritte zueinander sitzen.
PCS
Profile Connection Space als neutraler Verbindungsfarbraum zwischen Quell- und Zielprofilen.
PDF-Ebenen
Optional Content Groups in PDF, mit denen Inhalte ein- oder ausgeblendet werden können.
PDF/X
Eine Familie von PDF-Normen für den zuverlässigen Datenaustausch in der Druckproduktion.
PDF/X-1a
Strenge PDF/X-Variante: alles in CMYK oder Vollton, Schriften eingebettet, Transparenzen reduziert.
PDF/X-4
Modernes PDF/X-Format, das Live-Transparenzen und ICC-basierte Farbräume erlaubt.
Perfector
Offsetmaschine, die den Bogen in einem Durchgang beidseitig bedruckt.
Perforieren
Eine Loch- oder Schnittlinie, an der sich Papier später sauber abtrennen lässt.
Planschneiden
Schneiden eines Papierstapels auf der Planschneidemaschine auf exaktes Format.
Positivschrift
Dunkle Schrift auf hellem Grund – die Standardrichtung, die feinere Details erlaubt als Negativschrift.
ppi
Pixels per inch: Pixel eines digitalen Bildes pro Zoll in der geplanten Ausgabegröße.
Prägen
Relief ohne oder mit Folie: das Papier wird zwischen Patrize und Matrize verformt.
Preflight
Automatisierte Prüfung einer Druckdatei auf technische Fehler, bevor sie in die Produktion geht.
Preflight-Profil
Regelsatz, gegen den eine Druckdatei im Preflight geprüft wird – angepasst an Druckverfahren und Druckerei.
Profilkonvertierung
Umrechnung von Farbwerten aus einem Quellprofil in ein Zielprofil unter Berücksichtigung eines Rendering Intents.
Profilvalidierung
Prüfung eines ICC-Profils auf technische Konsistenz, korrekte Tags und praktische Eignung.
Proof
Vorabsimulation des Druckergebnisses zur Farb- und Inhaltsprüfung vor dem Fortdruck.
Proportionalschrift
Schrift, bei der Zeichen unterschiedlich breit sind und damit ein natürliches Schriftbild erzeugen.
Prozessfarben
Die vier Standardfarben Cyan, Magenta, Yellow und Black, aus denen der Vierfarbdruck aufgebaut wird.
ProzessStandard Offset
Branchenstandard der Fogra/bvdm zur beherrschten Offsetproduktion auf Basis von ISO 12647-2.
PSO Coated v3
Aktuelles Charakterisierungsprofil für gestrichenes Offsetpapier nach FOGRA51.
PSO Uncoated
Offset-Charakterisierung für ungestrichene Papiere, aktuell auf FOGRA52 (PSO Uncoated v3).
Q
R
Rastertonwert
Anteil der von Rasterpunkten bedeckten Fläche, angegeben in Prozent.
Rasterwinkelung
Der Winkel, unter dem AM-Rasterpunkte für jede Prozessfarbe angeordnet werden, um Moiré zu vermeiden.
Recyclingpapier
Papier mit hohem Anteil an Altpapierfasern; Optik, Weiße und Lauf können von Frischfaser abweichen.
Register
Lage der Druckbilder zueinander und zum Bogen – im Bogenoffset oft synonym mit Passer verwendet.
Rendering Intent
Methode, nach der ein Farbmanagementsystem Farben beim Umrechnen zwischen Farbräumen anpasst.
RGB
Additives Farbmodell aus Rot, Grün und Blau, typisch für Monitore, Kameras und Web.
Rillen
Eine definierte Vertiefung, damit Karton oder starkes Papier kontrolliert bricht statt zu reißen.
Ringbindung
Bindung mit Metallringen, die durch gestanzte Löcher greifen – einfach zum Nachfüllen und Umordnen.
RIP
Raster Image Processor: Software oder Hardware, die Druckdaten in das Rasterbild für die Ausgabe umrechnet.
Rollendruck
Druck von der Papierrolle, meist für hohe Auflagen wie Zeitschriften, Kataloge oder Endlos.
Rückenbreite
Dicke des Buchblock- oder Broschürenrückens, bestimmt durch Seitenzahl, Papier und Bindeart.
Rückendrahtheftung
Heftung mit Drahtklammern durch den Rücken, typisch für Magazine und dünne Broschüren.
Rückenstichheftung
Drahtheftung durch den Falzrücken eines einzelnen Bogens oder einer Lage.
Rupfen
Herausreißen von Papierfasern oder Strichschicht durch zu hohen Tack der Druckfarbe.
S
Sammelhefter
Maschine, die Bogen einsteckt, mit Rückendraht heftet und am Kopf/Fuß/Vorderschnitt beschneidet.
Satzspiegel
Nutzbare Fläche einer Seite, in der Text, Bilder und grafische Elemente organisiert werden.
Schablonieren
Geisterbilder vorheriger Druckstellen, die sich als schwache Schatten in Volltonflächen zeigen.
Schmieren
Verwischte Druckfarbe in Druckrichtung, meist durch zu viel Farbe oder falschen Pressdruck.
Schmuckfarbe
Zusätzliche Druckfarbe außerhalb des CMYK-Prozesses, zum Beispiel eine Pantone-Volltonfarbe.
Schneidemarken
Hilfslinien an den Ecken des Endformats, die der Schneiderei die Schnittlage zeigen.
Schön- und Widerdruck
Bedrucken von Vorder- und Rückseite eines Bogens; Schöndruck zuerst, Widerdruck auf der Rückseite.
Schrifteinbettung
Die verwendeten Fonts werden in die PDF-Datei geschrieben, damit der RIP sie nicht ersetzen muss.
Schriftmischung
Bewusste Kombination mehrerer Schriften, um Hierarchie, Kontrast und Markenwirkung aufzubauen.
Schusterjunge
Erste Zeile eines neuen Absatzes, die allein am Seiten- oder Spaltenende steht.
Schutzumschlag
Bedrucktes Papier, das um die Buchdecke gewickelt wird und Gestaltung und Schutz vereint.
Separation
Aufteilung eines Bildes in die einzelnen Druckfarbauszüge, typischerweise CMYK.
Sicherheitsabstand
Innenabstand vom Endformat, in dem keine wichtigen Texte oder Logos stehen sollten.
Siebdruck
Durchdruckverfahren, bei dem Farbe mit einem Rakel durch ein Siebgewebe auf den Bedruckstoff gedrückt wird.
Signatur
Kennzeichen auf dem Druckbogen, das die Lage und Reihenfolge beim Zusammentragen angibt.
Softproof
Simulation des Druckergebnisses am kalibrierten Monitor statt auf Papier.
Softproof-Simulation
Bildschirmbasierte Vorschau, die Druckbedingung und Papiercharakter per Farbmanagement nachbildet.
Softtouch-Lack
Speziallack, der eine samtig-matte Oberfläche erzeugt und haptisch an Pfirsich oder Wildleder erinnert.
Sonderfarbenkonvertierung
Umrechnung von Sonderfarben in Prozessfarben, wenn ein Auftrag ohne zusätzliche Druckwerke produziert wird.
Spektrale Remission
Reflektiertes Lichtspektrum einer gedruckten Fläche als Grundlage präziser Farbmessung.
Spektralfotometer
Messgerät, das die spektrale Remission einer Farbfläche erfasst und daraus Farbwerte berechnet.
Spiralbindung
Bindung durch eine durchgehende Kunststoff- oder Metallspirale, die durch gestanzte Löcher läuft.
Stanzen
Formgebung mit Stahlband: Nutzen werden aus dem Bogen geschnitten, oft inkl. Rillung und Perforation.
Stanzkontur
Vektorpfad, der in der Stanzform vorgibt, wo das Produkt aus dem Bogen gelöst wird.
Stauchen
Zusammenpressen gefalzter Lagen, um Luft zu entfernen und den Bund glatt zu machen.
T
Tabellenziffern
Ziffern mit identischer Breite, damit Zahlen in Spalten exakt untereinander stehen.
Tiefdruck
Verfahren, bei dem vertiefte Näpfchen in einem Zylinder die Farbe aufnehmen und auf die Bahn übertragen.
Tiefenkompensation
Spreizt den Tonwertumfang beim Profilwechsel, damit dunkle Bereiche nicht absaufen.
Tonen
Farbe haftet auf Nichtbildstellen der Platte und erzeugt einen unerwünschten Schleier auf dem Papier.
Toner
Pulver- oder Flüssigtoner, der elektrostatisch auf den Bedruckstoff übertragen und thermisch fixiert wird.
Tonwertzunahme
Differenz zwischen Daten-Tonwert und dem auf dem Papier gemessenen Tonwert; Raster wirken dunkler.
Tracking
Gleichmäßige Veränderung der Laufweite über ein ganzes Wort, eine Zeile oder einen Absatz.
Transparenzreduzierung
Umrechnen von Live-Transparenzen in deckende Objekte oder Pixel, damit ältere Workflows sie verarbeiten können.
Trapping
Minimale Überlappung benachbarter Farben, damit Passerungenauigkeiten keine Blitzer erzeugen.
TrimBox
PDF-Box, die das Endformat nach dem Beschnitt beschreibt.
U
Überdrucken
Eine Farbe wird über eine darunterliegende Farbe gedruckt, statt diese auszusparen.
Überfüllung
Kleine Überlappung benachbarter Farbflächen, um Blitzer bei Passerabweichungen zu vermeiden.
UCR
Under Color Removal: in den Tiefen wird Buntfarbe durch Schwarz ersetzt, um Farbauftrag und Trockenzeit zu senken.
Ungestrichenes Papier
Papier ohne Streichschicht; offene, oft natürlichere Oberfläche mit höherer Saugfähigkeit.
Unicode-Normalisierung
Vereinheitlichung gleich aussehender Zeichenfolgen in standardisierte Unicode-Formen.
UV-Lack
Lack, der unter UV-Licht schlagartig härtet – hochglänzend, matt oder als Relief.
V
Versalhöhe
Höhe der Großbuchstaben in einer Schrift, gemessen ohne Akzente.
Volltondichte
Dichtewert einer 100-Prozent-Fläche einer Druckfarbe, Grundlage für die Zoneneinstellung.
Volumen
Verhältnis von Papierdicke zu Grammatur; hohes Volumen wirkt dicker und weicher bei gleichem Gewicht.
Vorsatz
Doppelblatt, das Buchblock und Buchdecke verbindet; es stabilisiert die Bindung und schützt die erste Seite.
W
Weißgrad
Messwert für die Helligkeit und Bläue eines Papiers, beeinflusst durch Bleiche und optische Aufheller.
Weißkanal
Zusätzlicher Auszug für deckendes Weiß, vor allem auf Folie, Dunkelpapier oder in der Veredelung.
Weiterverarbeitung
Alle Schritte nach dem Druck: Schneiden, Falzen, Binden, Stanzen, Lackieren und Versandfertigmachen.
Wendung
Drehen des Bogens für den Widerdruck, entweder in der Maschine (Perfector) oder manuell zwischen den Druckgängen.
Wickelfalz
Falzschema, bei dem die Seiten nacheinander nach innen gewickelt werden, typisch für Mailings und Flyer.
Wire-O-Bindung
Drahtkamm-Bindung mit Doppeldrahtringen, die durch gestanzte Rechtecklöcher greifen.
X
Z
Zeilenabstand
Vertikaler Abstand zwischen zwei Textzeilen, gemessen von Grundlinie zu Grundlinie.
Zeilenlänge
Anzahl Zeichen oder physische Breite einer Textzeile, wichtig für Lesbarkeit und Rhythmus.
Zickzackfalz
Falzschema, bei dem die Brüche abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen gehen – wie eine Ziehharmonika.
Zonensteuerung
Einstellung der Farbzonen am Farbkasten, um den Farbauftrag über die Bogenbreite zu dosieren.
Zusammentragen
Zusammenführen der einzelnen Lagen in der richtigen Reihenfolge vor dem Binden.