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Falzarten verständlich erklärt: Wickelfalz, Zickzackfalz, Kreuzbruch und Fensterfalz

Falzarten verständlich erklärt: Wickelfalz, Zickzackfalz, Kreuzbruch und Fensterfalz

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27.8.2026

INHALT

Ein Faltblatt kann im geschlossenen Zustand völlig korrekt aussehen und sich beim Öffnen trotzdem als falsch geplant erweisen. Seiten stehen auf dem Kopf, ein eingeschlagener Flügel ist zu breit oder wichtige Gestaltungselemente verschwinden im Falz. Häufig wurde die Falzart erst nach dem Layout festgelegt.

Wickelfalz, Zickzackfalz, Fensterfalz und Kreuzbruch unterscheiden sich nicht nur in ihrer Optik. Sie stellen eigene Anforderungen an Seitenaufteilung, Falzfolge, Papier und Weiterverarbeitung. Dieser Überblick zeigt dir, wie die vier Falzarten funktionieren, für welche Produkte sie geeignet sind und was du bei Druckdaten und Produktion beachten musst.

Wie sich Falzarten unterscheiden

Ein Falz entsteht, wenn ein Bogen entlang einer festgelegten Linie umgelegt wird. Die Linie heißt Falzbruch. Mehrere Falzbrüche können parallel zueinander oder im rechten Winkel aufeinander folgen. Zusätzlich ist entscheidend, ob die einzelnen Flügel abwechselnd, ineinander oder zur Mitte gefalzt werden.

Wickel-, Zickzack- und Fensterfalz gehören zu den Parallelfalzarten. Ihre Falzbrüche verlaufen parallel. Beim Kreuzbruch wird der folgende Bruch rechtwinklig zum vorherigen ausgeführt. Er wird vor allem für mehrseitige Falzbogen verwendet, die später geheftet oder gebunden werden.

Die Begriffe beschreiben zunächst das Falzprinzip. Die genaue Ausführung hängt von Anzahl und Reihenfolge der Brüche ab. Deshalb sollte eine Bestellung nicht nur „sechsseitiger Falzflyer“ nennen, sondern Falzart, offenes Format, geschlossenes Format und Ansichtsreihenfolge eindeutig festlegen.

Wickelfalz, Zickzackfalz, Fensterfalz und Kreuzbruch im Vergleich

FalzartBewegung der FlügelTypische AnwendungWichtiger Planungspunkt
Wickelfalzmehrfach in derselben Richtung nach innenFlyer, Mailings, Produktinformationeninnenliegende Seiten schmaler anlegen
Zickzackfalzabwechselnd nach vorn und hintenLeporellos, Anleitungen, Zeitachsenmeist gleich breite Seiten möglich
Fensterfalzäußere Flügel schließen zur MitteEinladungen, Präsentationen, AktionsmailingsTreffpunkt und Abstand der Flügel abstimmen
Kreuzbruchaufeinanderfolgende Brüche rechtwinkligBroschüren, Bücher, ZeitschriftenAusschießschema und Falzfolge prüfen

Die Auswahl richtet sich nicht allein nach der gewünschten Wirkung. Auflage, Papierdicke, Maschinenpark, maschinelle Einsteckbarkeit und spätere Bindung beeinflussen, welche Variante sicher und wirtschaftlich produziert werden kann.

Wickelfalz: Flügel werden nacheinander eingeschlagen

Beim Wickelfalz werden die Falzteile in derselben Richtung um einen inneren Flügel gelegt. Ein verbreitetes Beispiel ist der zweimal parallel gefalzte, sechsseitige Flyer. Zuerst wird ein äußerer Flügel nach innen eingeschlagen. Danach legt sich der verbleibende Teil darüber.

Damit der eingeschlagene Flügel nicht am gegenüberliegenden Falz anstößt, muss er schmaler sein. Die notwendige Verkürzung hängt von Papierdicke, Format, Falzmaschine und Toleranzen ab. Eine pauschale Millimeterangabe ist deshalb riskant. Lass dir die verbindlichen Seitenbreiten von der produzierenden Druckerei nennen.

  • Stärke: kompakte, klar geführte Öffnungsfolge
  • Geeignet für: Produktflyer, Preislisten, Mailings und Bedienhinweise
  • Typischer Fehler: alle Seiten gleich breit anlegen
  • Gestaltung: Inhalte in der tatsächlichen Öffnungsreihenfolge planen

Bei mehr als zwei Parallelbrüchen wächst die Materialdicke im Wickel. Dadurch werden die inneren Flügel zunehmend kürzer. Ein physisches Falzmuster ist dann besonders wichtig.

Zickzackfalz: Das Leporello öffnet sich in beide Richtungen

Beim Zickzackfalz wechseln die Falzrichtungen. Der Bogen wird abwechselnd nach vorn und hinten gelegt und erinnert von der Seite an eine Ziehharmonika. Deshalb wird diese Falzart auch Leporellofalz genannt.

Da die Seiten nicht ineinanderliegen, können die Falzteile in vielen Fällen gleich breit angelegt werden. Das erleichtert Raster und Gestaltung. Trotzdem müssen Endformat, Falzpositionen und Produktionstoleranzen abgestimmt sein. Bei sehr vielen Brüchen können kleine Abweichungen sichtbar aufaddieren.

Der Zickzackfalz eignet sich für Inhalte, die sowohl schrittweise als auch als zusammenhängende Fläche funktionieren. Typische Anwendungen sind Karten, Ablaufpläne, Anleitungen, Produktübersichten und chronologische Darstellungen. Vorder- und Rückseite bleiben beim Aufklappen gut zugänglich.

Ein häufiger Gestaltungsfehler ist eine unklare Titelseite. Je nach Falzrichtung kann ein anderes Panel außen liegen als erwartet. Nummeriere deshalb vor dem Layout ein Papiermuster und übertrage die Positionen erst danach in das Dokument.

Fensterfalz: Zwei Flügel schließen sich zur Mitte

Beim Fensterfalz werden zwei äußere Flügel nach innen gefalzt. Sie treffen sich in der Mitte und öffnen sich wie zwei Türen. Die Falzart wird deshalb auch Altarfalz genannt. Bei einem einfachen Fensterfalz bleibt die geschlossene Mitte anschließend sichtbar. Beim geschlossenen Fensterfalz folgt ein weiterer Bruch, der das Produkt nochmals zusammenlegt.

Die beiden Flügel dürfen sich weder überlappen noch eine ungewollt große Lücke bilden. Papierdicke, Falzgenauigkeit und gewünschter Mittelabstand müssen gemeinsam berücksichtigt werden. Für den geschlossenen Fensterfalz benötigt die Weiterverarbeitung zudem eine passende Falzeinrichtung. Standardmaschinen können nicht jede Ausführung ohne Zusatzausstattung wirtschaftlich herstellen.

Gestalterisch eignet sich der Fensterfalz für eine bewusste Enthüllung. Die geschlossenen Flügel bilden Titel oder Motiv. Beim Öffnen entsteht eine breite Innenfläche. Wichtige Texte und Bildelemente sollten ausreichend Abstand zu den beiden mittleren Kanten halten. Durch Toleranzen kann die Trennlinie leicht wandern.

Kreuzbruch: Falzbrüche stehen rechtwinklig zueinander

Beim Kreuzbruch wird der Bogen zunächst in eine Richtung und anschließend rechtwinklig dazu gefalzt. Jeder Bruch verkleinert das Format und vervielfacht die Seitenzahl der Falzlage. Aus zwei Brüchen kann beispielsweise eine achtseitige Lage entstehen. Weitere Brüche ermöglichen umfangreichere Signaturen.

Der Kreuzbruch ist ein zentraler Bestandteil der Broschüren- und Buchproduktion. Die Einzelseiten müssen so ausgeschossen sein, dass sie nach dem Falzen in richtiger Reihenfolge und Orientierung stehen. Der Beitrag Ausschießregeln kurz erklärt zeigt die Grundlagen. Die Automatisierungsperspektive behandelt der Artikel Automatisches Ausschießen.

Mehrere Lagen können anschließend gesammelt, zusammengetragen, geheftet oder gebunden werden. Papierdicke und Seitenumfang begrenzen die sinnvolle Zahl der Brüche. Zu dicke oder steife Lagen falzen ungenau, stauchen im Bund und lassen sich schlechter weiterverarbeiten.

Druckdaten und Produktion richtig planen

Offenes Format und Seitenbreiten festlegen

Lege zuerst das geschlossene Endformat und die Falzart fest. Daraus ergeben sich offenes Format, Anzahl der Ansichtsseiten und genaue Position der Falzbrüche. Bei ineinanderlaufenden Flügeln sind die Panelbreiten nicht identisch. Verlasse dich nicht auf ein rein optisch aufgeteiltes Gestaltungsraster.

Seitenfolge mit einem Falzmuster kontrollieren

Erstelle einen Dummy im tatsächlichen Falzprinzip. Markiere Vorderseite, Rückseite, oben und unten. Nummeriere danach alle Flächen in der Reihenfolge, in der sie betrachtet werden. Mit dem Print-Assistant-Tool Falzmuster erstellen kannst du offene Maße und Falzart visualisieren.

Papier, Laufrichtung und Rillung abstimmen

Die Fasern sollten möglichst parallel zum Falzbruch verlaufen. Falsche Papierlaufrichtung begünstigt aufspringende Produkte und beschädigte Kanten. Bei starkem, gestrichenem, digital bedrucktem oder lackiertem Material kann Rillen vor dem Falzen notwendig sein.

Ob und wie gerillt werden muss, hängt nicht allein von der Grammatur ab. Papierdicke, Faserstoff, Strich, Farbauftrag, Trocknung und Falzrichtung wirken zusammen. Der Beitrag Falzbrechen vermeiden erläutert die wichtigsten Ursachen und Gegenmaßnahmen.

  • Falzart und Öffnungsrichtung eindeutig in Bestellung und Datenblatt nennen.
  • Endformat, offenes Format und alle Panelbreiten dokumentieren.
  • Beschnitt auch an außenliegenden Endformatkanten korrekt anlegen.
  • Texte und Logos mit Sicherheitsabstand zu Falzbrüchen platzieren.
  • Seitenfolge, Kopfstand und Leserichtung mit einem Dummy prüfen.
  • Papierlaufrichtung, Rillung und maschinelle Machbarkeit abstimmen.

Fazit

Wickelfalz, Zickzackfalz, Fensterfalz und Kreuzbruch führen zu grundverschiedenen Produkten. Beim Wickelfalz greifen Flügel ineinander, beim Zickzackfalz wechseln die Richtungen, beim Fensterfalz schließen zwei Seiten zur Mitte und beim Kreuzbruch stehen die Brüche rechtwinklig zueinander.

Die sichere Planung beginnt vor dem Layout. Falzart, Endformat, Seitenbreiten, Papier und Produktionsweg müssen feststehen. Ein nummeriertes Falzmuster macht Öffnungsfolge und Seitenausrichtung sichtbar. Verbindliche Maße und Verarbeitungstoleranzen solltest du anschließend mit der Druckerei abstimmen. So bleibt die Gestaltung nicht nur am Bildschirm schlüssig, sondern funktioniert auch nach Druck und Falzen.

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FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Wickelfalz und Zickzackfalz?

Beim Wickelfalz werden die Flügel nacheinander in derselben Richtung eingeschlagen und liegen ineinander. Der innere Flügel muss deshalb meist schmaler sein. Beim Zickzackfalz wechseln die Falzrichtungen. Die Flächen liegen wie eine Ziehharmonika und können häufig gleich breit angelegt werden.

Ist Fensterfalz dasselbe wie Altarfalz?

Ja, beide Bezeichnungen werden für das Prinzip verwendet, bei dem zwei äußere Flügel zur Mitte schließen. Beim einfachen Fensterfalz bleibt diese Form bestehen. Beim geschlossenen Fensterfalz kommt ein weiterer mittiger Falzbruch hinzu, der das Produkt nochmals zusammenlegt.

Warum sind beim Wickelfalz nicht alle Seiten gleich breit?

Der eingeschlagene Flügel liegt innerhalb der übrigen Teile und benötigt Spiel. Wäre er gleich breit, könnte er am gegenüberliegenden Falz anstoßen, sich wölben oder den geschlossenen Flyer aufdrücken. Die genaue Verkürzung richtet sich nach Material, Format, Falzfolge und Maschinentoleranz.

Wann muss ein Druckprodukt vor dem Falzen gerillt werden?

Rillen ist besonders bei dicken, gestrichenen, digital bedruckten oder stark mit Farbe beziehungsweise Lack belegten Materialien sinnvoll. Es reduziert die Belastung der Oberfläche am Bruch. Eine feste Grammaturgrenze ist unzuverlässig. Papierdicke, Laufrichtung, Oberfläche und Falzmaschine müssen gemeinsam bewertet werden.

Wie prüfe ich die Seitenfolge eines Falzflyers?

Falte ein Papiermuster in der vorgesehenen Reihenfolge. Markiere Vorderseite, Rückseite sowie Kopf und Fuß. Nummeriere anschließend jede sichtbare Fläche beim Durchblättern oder Aufklappen. Übertrage diese Positionen in das Layout und kontrolliere zusätzlich eine verkleinerte beidseitige Ausgabe.

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